|
|
 |
|
|
|
Besuch im Kulturdorf Botshabelo sowie den Waterbergen
|
|
|
Im Osten der Provinz Gauteng befindet sich die Nachbarprovinz Mpumalanga. Mpumalanga ist unabhängig von den
Problemen des Ausprechens des Namens eine landschaftlich sehr reizvolle Provinz. Der Name bedeutet „Land der aufgehenden Sonne“. Vielen Besuchern aus den vergangenen Jahren ist diese
Provinz auch unter den Namen Eastern Transvaal bekannt. Mpumalanga erhält seine landschaftliche Schönheit durch das Lowveld (Graslandschaft) sowie dem Gebirge mit verschiedenen Bruch- bzw.
Randstufen. Wer in Richtung Osten fährt, durchquert endloses Grasland und erreicht vor den Transvaaler Drakensbergen eine eindrucksvolle Hügellandschaft. Aufgrund der Bergwelt im Osten
sowie den klimatischen Verhältnissen wird der Besucher auf seinen Reisen durch Mpumalanga eine einzigartige Flora und Fauna vorfinden.
|
|
|
Im Middleveld im Zentralbereich der Provinz ist die Heimat des afrikanischen Stammes Ndebele. Das Volk wurde
durch seine farbenfrohen, bunt bemalten Häuser berühmt. Leider wurde ein Großteil des Stammes in der Vergangenheit von anderen afrikanischen Stämmen, u. a. durch die Zulus unter Führung
des Häuptlings Shaka aus der Region von Mpumalanga vertrieben bzw. teilweise vernichtet. Ein kleiner Teil des Stammes lebte in der Gegend um die heutige Stadt Middelburg. Das rekonstruierte
Kulturdorf Botshabelo erinnert an die Traditionen der Süd-Ndebele. Das Museumsdorf zeigt Rundhütten in verschiedenen Baustilen aus verschiedenen Entwicklungsepochen bis hin zu den heute
bekannten farbenfrohen Häusern im typisch geometrisch rechteckigen Ndebele Stil. Besucher können sich im Freilichtmuseum die Gebäude sowie Ndebele, meist ältere Frauen oder Männer, in
den verschiedenen Trachten bestaunen. Typisch für die Trachten sind farbenfrohe Decken sowie zahlreicher Hand- und Fußschmuck aus Metall. Für mich als Hobbyfotograf bietet das bunt
angelegte Dorf liegend in einer hügligen ausgetrockneten Graslandschaft gute Motive zum Fotografieren. Das Museum liegt in einem Naturreservat in der Nähe einer Berliner
Missionsstation. Zwei Berliner Missionare versuchten um 1858 die Zulus im Natal für das Christentum zu bekehren und bauten ein wunderschönes Areal bestehend aus einer Kirche,
Handwerksgebäuden sowie verschiedene landwirtschaftliche Bereiche. Der Versuch der Bekehrung fiel in der Gegend um Middelburg zur damaligen Zeit sehr schwer, so dass die Missionare sich
erneuten auf den Weg in Richtung Süden machten. Kinder sowie andere Bekannte blieben jedoch in der Station zurück und arbeiteten noch bis Mitte letztes Jahrhundert in diesem
Ort.
|
|
|
Leider sind aufgrund der Urbanisierung und der Apartheid viele Traditionen und Geschicke der Ndebele verloren
gegangen. Heute sind nur noch Ansätze der alten Kultur in angelegten Kulturdörfern zu sehen. Ich vergleiche diese Kulturdörfer in Südafrika in bezug auf die Echtheit sowie der Darstellung
gern mit dem Freilichtmuseum Lehde im Spreewald. Viele Traditionen sind verloren gegangen oder werden nur noch von älteren Menschen beherrscht, so dass es schließlich immer wichtiger wird,
diese in sogenannten Museen zu erhalten. Für einen Tagesausflug können wir die Berliner Missionsstation sowie das Ndebele-Freilichtmuseum sehr empfehlen.
|
|
|
Nach dem Besuch des Kulturdorfes empfiehlt es sich weiter in den Norden zu fahren. Nach den ersten
kurvenreichen Straßen in den Ausläufern der Waterberge im nördlichen Bereich von Middelburg, schmiegt sich ein Stausee – der Loskop Dam - in 23 km Länge entlang einer Bergkette.
Wer etwas Zeit hat, kann auch verschiedene Freizeitaktivitäten im Adventura Loskop Dam Resort buchen. Leider kann im Stausee aufgrund der zahlreichen Krokodile sowie der Bilharziose nicht
gebadet werden. Auf der Weiterfahrt in Richtung Norden durchstreift der Besucher zahlreiche Orangen- und Baumwollplantagen. Im Mai kann die herrlich weiße Pracht der Baumwollbestände
bewundert werden. Ich sage nur „Scalet Hoara“ !
|
|
|
Weiter nördlich kurz vor den Waterbergen durchquert man riesige Rinder Ranches, was uns als Steakfans
natürlich unheimlich freute. Die Waterberge ca. 150 km nördlich von Pretoria erhielt seinen Namen aufgrund der zahlreichen Flüsse sowie der Seenlandschaft in der Vergangenheit. Die ganze
Region ist ein ursprünglich ausgetrockneter See. Heute kommt der Besucher aufgrund der Trockenheit wirklich nicht auf die Idee, das einst dort ein riesiger See die Landschaft bestimmte. Es
war schon sehr seltsam, als wir auf einer rötlichen Sandstraße vorbei an Aloenarten und Sukkulenten fuhren und wir plötzlich ein altes Holzboot aus der damaligen Zeit am Straßenrand
erblickten. Südafrika ist eben nicht für Sissis.... Während der Austrocknung des großen Inlandsees entstand Schiefer sowie Quarzstein. Zusätzlich verformten Vulkanaktivitäten die
Bergwelt und so entstanden die heutigen Waterberge. Da wir leider nicht mehr genügend Zeit hatten, konnten wir unsere Wanderfähigkeiten in Waterbergen nicht unter Beweis stellen. Laut
Aussage vieler Südafrikaner sind die Waterberge ein Wanderparadies mit vielen Gegensätzen. Wer nach der anstrengenden Wanderung schwere Beine haben sollte, kann sich in einer der Thermen im
benachbarten Ort Vaalwater ausruhen und genießen wie wir.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|