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Panorama Route in den Transvaal Drakensbergen

Einer der beeindruckendsten Landschaften in der Provinz Mpumalanga ist die Route über Lydenburg und Sabie die Panorama Route, nördlich der N4. Die Route ist gekennzeichnet durch den Long Tom Pass, zahlreichen Wasserfällen sowie kleineren Provinzorten. Die zahlreichen Wasserfälle und Pools bzw. angestaute Wasserlöcher sowie wunderschöne Aussichtspunkte in das Vorland von Mpumalanga setzen einen zusätzlichen Reiz für diese Route. Das Gebiet entlang der Panorama Route ist ein wichtiges Waldgebiet für die südafrikanische Holzindustrie. Schon auf den Weg zur Panorama Route fallen dem Besucher große Papierfabriken in den Tälern der nördlichen Bergwelt auf. Das ökonomisch stark genutzte Waldanbaugebiet versorgt Südafrikas Holzindustrie und ist neben dem Tourismus sowie dem Bergbau (Minen etc.) um Middelburg ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Provinz Mpumalanga. Leider hinterlassen die großen Monokulturen nicht immer positive Eindrücke beim Besucher. Die stark gerodeten sowie gefällten Waldgebiete in den Bergen zerstören so manchmal das (ver-) gewohnte Bild eines Europäers.

Wer jedoch noch die ursprünglichen Wälder bzw. Waldabschnitte sehen möchte, sollte die Panorama Route über den Long Tom Pass fahren. Dieser zweithöchste Pass des Landes gehört zu den schönsten Panoramastraßen von Südafrika. Der Besucher überwindet auf 20 km Länge einen Höhenunterschied von 670 m auf eine Passhöhe von 2150 m. Vom Pass besteht bei guten Wetter eine beeindruckende Möglichkeit, den höchsten Berg der Transvaaler Drakensberge – dem Mount Anderson (2484 m) - zu erblicken. Den Namen erhielt der Pass im Buren- krieg (1899-1902). Die burische Armee sicherte den Pass sowie die Täler mit zwei schweren Geschützen, die sie Long Tom nannten. Heute kann der Besucher zwei Nachbauten dieser riesigen Kanonen besichtigen.

Auf der  Weiterfahrt in Richtung Osten erreicht man nach wenigen Kilometern die kleine Ortschaft Sabie. Der Ort liegt eingebettet in riesige Waldgebiete und verfügt über 12 Wasserfälle in der näheren Umgebung. Aufgrund der zentralen Lage ist Sabie ein idealer Ausgangspunkt für Exkursionen. Einer unser Highlights war eine dreistündige Canyoning Tour von den Mac Mac Pools zu den Mac Mac Falls. Die afrikanische Vegetation in den Schluchten des Mac Mac Rivers waren sehr beeindruckend, denn schließlich schwimmt nicht jeder Tourist in dem unterhalb des Wasserfalls liegenden Pool. Wer einmal in einem typischen südafrikanischen Backpacker übernachten möchte, sollte sein Camp in der Sabie Backpacker Lodge aufschlagen. Auf der Weiterfahrt in Richtung Norden besteht die Möglichkeit die Lisabon sowie die Berlin Falls zu besichtigen und man erreicht den Ort Graskop. Dieser Ort erreichte sein Bekanntheitsgrad durch die im Ort ansässige Harrie`s Pancake Bar, in der Pfannkuchen in allen Variationen angeboten werden. Sehr lohnenswert im Norden des Ortes ist der Abstecher auf die R534 zu den Aussichtspunkten God´s Windows sowie dem Wonderview. Bei guter Sicht kann man vom God´s Windows weit ins Lowveld bis zum Krügerpark blicken. Bei einer kleinen Wanderung in einem kleinen Waldabschnitt auf dem Berggipfel kann der Besucher sich von der langen Autofahrt erholen.

Auf der weiteren Reise in Richtung Norden ist ein sehenswerter sowie empfehlenswerter Stop bei den Bourke`s Luck Potholes. In der einstigen Goldschürfstelle fließen der Blyde mit dem Treur River zusammen. Die Potholos sind tiefe Auswaschungen im Gestein, die vor Millionen von Jahren durch Wassererosion sowie durch herumwirbelnde Steine und Sand entstanden sind. Wanderwege und Hängebrücken führen den Besucher zu den schönsten Stellen am Fluß. Ein Kiosk sowie viele Braai-Plätze sorgen für das leibliche Wohl der Besucher. Der Besuch des Informationszentrums über die Entstehung des Blyde River Canyon sowie über die artenvielfältige Pflanzen- und Tierwelt ist zusätzlich sehr lohnenswert.

Folgt man der Panorama Route weiter, nähert sich der Besucher den zwei schönsten Aussichtspunkten des Blyde River Canoyn. Der Halt mit dem Namen World´s End zeigt einen wunderschönen Ausblick auf die Three Rondavels, drei riesige Felskuppen auf der gegenüberliegenden Bergkette.  Im nahe gelegenen Adventura Resort können 2 bis 3 stündige Wanderungen entlang der Bergketten des Canyon unternommen werden. Zahlreiche Wasserfälle sowie die atemberaubende Aussicht auf die Berge sowie dem Blyderiversportdam machen einen kurzen Ausflug in den Canyon sehr lohnenswert. Vom Dam können auch 3-5 Tageswanderungen in den Süden unternommen werden. Leider konnten wir aufgrund des üblichen Zeitproblems keine solche große Touren unternehmen. Um den anstrengenden Tag ruhig ausklingen zu lassen, empfiehlt es sich, die R36 wieder in den Süden zu fahren. Der Weg führt unmittelbar an Tabak- und Orangenplantagen vorbei. Wunderschöne im Juni blühende Kakteen verschönern das westliche Tal. Auf dem Rückweg sollte man den Robber`s Pass überqueren und einen kurzen Halt im kleinen Goldgräberörtchen Pilgrim´s Rest einlegen. Von dem einstigen Goldgräbercamp inklusive der großen Zeltstadt sind heute nur noch Bars, verschiedene Geschäfte, eine Schule, das Redaktionshaus der Lokalzeitung sowie das berühmte Royal Hotel zu besichtigen. Sehenswert im Ort ist das Miner`s House Museum, das dem Besucher einen Einblick in das damalige Leben der Goldgräber gibt. Sehr empfehlenswert für den ausklingenden Abend ist ein Besuch in einer der Restaurants in Sabie oder Graskop, um eine traditionelle Forelle zu probieren.

Insgesamt sollte für die Panorama Route mindestens 2 volle Tage z.B. ein Wochenende eingeplant werden. Leider wird die Gegend um Sabie aufgrund der guten Lage zum Krüger National Park von vielen Touristen besucht, so dass in diesem touristisch gut erschlossenen Gebiet das afrikanische Flair ein wenig verloren geht. An jeden Ausflugspunkt können daher auch günstige afrikanische handgearbeitete Produkte mit guten Verhandlungskünsten eingekauft werden. Eine für uns besondere Erfahrung auf unserer Fahrt in den Transvaal Drakensberge war das Gefühl, endlich einmal in eine Region zu fahren, in der die gesellschaftlichen Unterschiede aufgrund der gesunden Infrastruktur durch die Holzwirtschaft sowie dem Tourismus im Gegensatz zur Provinz Gauteng nicht all zu unterschiedlich waren. Die Gesellschaft schien aus einer gesunden Mittelklasse zu bestehen. Dies war für uns Europäer, die doch im Gegensatz zu Südafrika in einer anscheinend gerechteren sozialen Welt leben ein wirklich beruhigendes Gefühl. Für jeden Südafrika Urlaub sollte der Besuch der Transvaaler Drakensbergen fest auf dem Reiseprogramm stehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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